Frohe Weihnachten

An alle meine Freunde, User und Mitstreiter

Leider ist es mir in diesem Jahr nicht möglich, jedem einzelnen von Euch eine persönliche Weihnachtskarte zu senden. Wie Ihr sicher alle aus meinem Prozess-Tagebuch entnommen habt, befindet sich der Prozess derzeit in der Beweisaufnahme, in der die Zeugen gehört werden, die über Beweisanträge der Verteidigung in die Verhandlung eingeführt wurden. Derzeit habe ich gerade wieder 41 Beweisanträge fertigzustellen, was eine wahnsinnige Arbeit mit sich bringt. Weiter will ich aber auch mein Prozess-Tagebuch nicht vernachlässigen und habe noch Einiges zu tun, um all Eure Schreiben und Emails zu beantworten. Bitte nicht böse oder sauer sein, wenn es diesmal ein wenig länger dauert. Ich habe ja die leichte Hoffnung gehegt, dass ich Weihnachten wieder bei meiner Frau und Familie feiern kann. Eine diesbezügliche Haftbeschwerde wurde vom Gericht ja abgeschmettert, weil ich wohl ein vermeintlich höchst gefährlicher Mitbürger bin. So werde ich es nun in Kauf nehmen müssen, bereits mein viertes Weihnachtsfest hinter diesen Mauern verbringen zu müssen. Dennoch möchte ich es nicht versäumen, Euch mit diesem Schreiben meine Weihnachts- und Neujahrswünsche, verbunden mit einem Gebet von Franz von Assisi, zu übermitteln:

Herr, mache uns zum Werkzeug Deines Friedens,
dass wir Liebe üben, wo man sich hasst.
Verzeihe, wo man sich beleidigt,
verbinde da, wo Streit ist,
die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
Dein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
Freude mache, wo der Kummer wohnt.

Lass uns alle das Weihnachtsfest in Frieden genießen,
Lass all das Leid in diesen Tagen an uns vorübergehen,
Lass uns nur in lächelnde Gesichter sehen,
Lass den Glauben an das Gute im Menschen erwachen,
Lass Gerechtigkeit unter den Menschen lebendig werden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familie und Freunde und bitte eröffnet das neue Jahr mit Gedanken an eine gute Zukunft. Positives Denken ist angesagt – und wenn es auch noch so schwerfällt. Jeder von uns hat Höhen und Tiefen. Für das Jahr 2014 wünsche ich Euch allen nur noch Höhen.

Euer Freund
Horst Kirsten

Antworten auf mir zugegangene Emails, Facebook-Nachrichten und Briefe (Stand 27.11.2013)

Liebe Freunde, User und Mitstreiter,

dieses mal dauerte es leider etwas länger, diese Antworten hier zu formulieren. Die ganzen letzten Tage war ich damit beschäftigt, Beweisanträge und Erklärungen für einen der nächsten Verhandlungstage zu fertigen. Die Richter haben anscheinend auch langsam genug, von diesem lang andauernden Prozess. Mir geht es da ja nicht anders – nur, dass die Gerichtsbarkeit dies hätte schon längst verkürzen können, wenn sie sich nicht auf so wahnsinnig vielen Nebenkriegsschauplätzen aufgehalten hätte. Ich kann nur empfehlen, mein Prozess-Tagebuch in den nächsten Tagen im Blick zu behalten, denn nun hoffe ich doch, dass ich über die von mir eingereichten Beweisanträge, Zeugen vernehmen lassen kann, die definitiv firm in dieser Technologie sind und über jeden Zweifel erhaben sind. Da können sich die sogenannten vom Gericht bestellten Sachverständigen warm anziehen. Ich habe zwar mit diesen Anträgen honorige Zeugen benannt, die über die von uns angewandte Technologie fachkundig berichten können, bin mir allerdings nicht sicher, ob sich das Gericht damit zufrieden gibt. Aus diesem Grund starte ich hiermit den Aufruf an alle die Personen, die bzgl. Öl-Wasser-Emulsionen und/oder Wassereinspritzung Erfahrungswerte nachweisen können und bereit wären, diese diesem Gericht zu bestätigen. Wahrscheinlich werden diese Zeugen nicht gebraucht, aber mittlerweile bin ich bei dieser Gerichtsbarkeit immer nur am Zweifeln.

Für alle, die sich auch über unser Privatleben Sorgen gemacht haben, will ich an dieser Stelle vermelden, dass meine Ehefrau, endlich nach fast einem Jahr nach der Haftentlassung eine Wohnung gefunden hat. In der letzten Woche konnte sie dort einziehen. Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich mich das macht. Endlich ist sie wirklich frei und unabhängig. Für alle, die ihr die ganze Zeit die Daumen gedrückt haben, ein herzliches Dankeschön.

Nun möchte ich noch zu einem Thema kommen, womit sich viele sicher nicht so gerne beschäftigen. Es geht hier in der Hauptsache um Menschen, die mehr an ihren Eigennutz, als an Gerechtigkeit denken. Teilweise geht das schon so weit, dass solche Menschen es in Kauf nehmen, dass andere massiv darunter leiden. Ich will das mal an einem Betspiel meiner Ehefrau festmachen. Es gibt da draußen eine Menge Menschen, die nach der übereilten unsinnigen Aktion der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am 30.11.2010 nichts Besseres zu tun hatten, als gleich zu einem Anwalt zu rennen, der den ihnen entstandenen Schaden einklagen soll. So weit, so gut.

Einen Tag zuvor glaubten all diese Menschen noch an den Erfolg der GFE-Group. Es bestand nie ein Grund, der dies in Zweifel hätte ziehen können. Kein einziger dieser Menschen wurde seitens der GFE-Group geschädigt. Alle erhielten ihre versprochenen Pachten und das war auch für die komplette Laufzeit von 20 Jahren gewährleistet. Das Ziel der GFE-Group war von Anbeginn an, ein Konzept zu kreieren, an dem alle finanziell partizipieren. Wir haben bei der GFE-Group extra hierfür einige Sicherheitsstufen eingebaut, die ich hier kurz erläutern möchte:

Zum Einen waren wir von Beginn an schon in der Lage, durch Treibstoffvorerwärmung eine Treibstoffreduzierung von 30 % zu erreichen, was dazu führte, dass wir alle prospektierten Werte erreichen konnten.

Als erste Sicherheitsstufe haben wir uns dann der Wasserbeimischung zugewendet, um die Treibstoffreduzierung zu erhöhen. Unser Entwicklerteam hat dies auch schon frühzeitig erreicht, was auch Gutachten vom TÜV und von der DEKRA bestätigten. Ein endgültiger Langzeittest war für Dezember 2010 geplant, wozu man es seitens der Justiz, trotz Wissen hierüber, nicht mehr kommen ließ.

Dann war noch eine zweite Sicherheitsstufe in Planung. So wollte die GFE-Group aus ihren Gewinnen bereits stillgelegte Groß-BHKWs bis in hohe Megawattbereiche aufkaufen, die sie im Bestand gehalten hätte. Diese Groß-BHKWs bestanden in der Regel aus Schiffsmotoren, die wir mit unserer Technologie, dem ESS ausgestattet hätten. All diese BHKWs hatten schon die Einspeiseerlaubnis nach dem EEG. Ein einziges dieser Groß-BHKWs hätte Einspeisevergütungen erbracht, wie vergleichsweise 10 bis 100 der von uns aufgestellten Container. Die GFE-Group hätte damit eine Liquidität erreicht, wie sie seinesgleichen auf dem Markt sucht. Kein Kunde hätte eine sicherere Pachteinnahme über 20 Jahre auf dem Markt gefunden. Aber auch dieses Geschäft wurde durch die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth im Vorfeld zunichte gemacht.

Es ist zwar absurd darüber nachzudenken, aber wenn eines oder gar beide dieser Möglichkeiten, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktioniert hätten, dann wäre immer noch sichergestellt gewesen, dass ein jeder Kunde der GFE-Group seine ihm vertraglich zugesicherte Pacht über 20 Jahre erhalten hätte. Hier vor Gericht wird die Funktionsfähigkeit der BHKWs mit einer Rapsöl-Wasser-Mischung bestritten – und dabei spielt es eigentlich nur eine untergeordnete Rolle.

Die dritte Sicherheitsstufe ist relativ leicht zu verstehen und nach heutigem Wissensstand hätten wir diese niemals benötigt. Wenn wirklich alle Stricke gerissen wären, dann hätten Neukunden bei Abschluss einen Pachtvertrag mit einem geringeren Pachtzins erhalten. Bei Altkunden wäre niemals etwas verändert worden. Die kaufmännische Kalkulation lässt dies zu, wovon die Staatsanwaltschaft allerdings keine Ahnung hat.

Viele der Kunden, die bei uns ein BHKW erwarben, waren von einem Tag auf den anderen davon überzeugt, dass sie betrogen wurden, schon allein aus der Tatsache heraus, weil die Staatsanwaltschaft überfallartig die GFE-Group in Beschlag nahm und Pressemitteilungen verbreitete, die jeder Grundlage entbehren.

Nun, ich kann verstehen, dass man als betroffener Kunde so schnell als möglich wieder an sein Geld will, zumal bei einigen die Existenz gefährdet war. Was ich nicht verstehen kann, ist, warum diese Kunden sich überhaupt ein BHKW kauften. Die GFE-Group war immer darauf bedacht, jedem zweifelnden Kunden erst dann zum Kauf zu raten, wenn die Bilanzen der GFE-Group das ausweisen, was sie auch versprochen hat. Während der Geschäftstätigkeit haben wir zweifelnden Kunden, nachdem sie schon ein BHKW erworben haben und die Rücktrittfrist schon abgelaufen war, ohne „Wenn und Aber” ihren Kaufpreis zurück erstattet und das Geschäft als „nicht abgeschlossen” angesehen. Zu jeder Zeit legten wir großen Wert auf Kundenzufriedenheit.

Nach dem berüchtigten 30.11.2010 wurde von diesem angesprochenen Kundenkreis geklagt, was das Zeug hielt. Zivilanwälte verstärkten, nicht zuletzt aus Eigennutz, diese Klagewelle gegen alle hier „unschuldig” Angeklagten. Kaum einer dieser Kunden kam auf die Idee, sich an die wirklichen Verursacher zu halten. Hätten diese Kunden schon damals in die richtige Richtung Forderungen gestellt, dann wäre dieser Prozess hier wohl nie eröffnet worden.

Ich bin nunmehr schon mehr als drei Jahre in U-Haft und habe die ganze Zeit dazu genutzt für Gerechtigkeit im Sinne aller Geschädigten, auch für die gegen uns klagenden Kunden, zu kämpfen. Eine Episode ist mir dann doch sehr nahe gegangen, was mich mittlerweile an meinem Kampf für diese Kunden zweifeln lässt.

Meine Ehefrau saß mehr als 2 Jahre unschuldig in U-Haft. Man hat ihr alles genommen, was man ihr nur nehmen kann. Wir besitzen keine Wohnung, kein Geld, kein Auto und keine Arbeit, sodass meiner Frau nur noch der Weg in Hartz IV verblieb. Außerdem wurde der Ruf auf lange Zeit derart geschädigt, dass dies eines Rechtsstaates nicht mehr würdig ist, ungeachtet der psychischen und gesundheitlichen Probleme, die ein derartiger Haftaufenthalt mit sich bringt. Sie wurde aus diesem Strafprozess entlassen, weil auch das Gericht nach so langer Zeit endlich zu der Auffassung kam, dass meine Ehefrau in keinster Weise eine Schuld zuzumessen ist. Man sollte jetzt meinen, damit wäre die Sache erledigt.

Dem ist mitnichten der Fall. Die Zivilprozesse gegen meine Ehefrau laufen weiter. So hat gerade kürzlich wieder ein Zivilgericht ein Urteil gesprochen, dass meine Ehefrau zur Rückzahlung eines BHKWs an einen dieser hier benannten Kunden verpflichtet sei. Dieser Kunde hat nun einen Titel gegen meine Ehefrau. Ein Kunde, der von der GFE-Group niemals betrogen worden ist, darf jetzt glücklich darüber sein, dass er meiner Ehefrau wie auch anderen unschuldig Angeklagten den Rest des Lebens schwer machen kann. Die Urteile der Zivilgerichte resultieren alle aus Akten, die die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth diesen zur Verfügung gestellt hat. Bekanntermaßen sind diese Akten alle einseitig zu Lasten der Beschuldigten ausgelegt. Das reicht dem Zivilgericht, um ein Urteil zu fällen.

So ergehen regelmäßig derartige Urteile, die mir den Kampf um die Gerechtigkeit mehr als nur erschweren. Ich darf mich hier in der JVA mittlerweile schon mit drei Umzugskartons, gefüllt mit derartigen Dokumenten herumschlagen. Eines sollte diesen Kunden, auf die ich nach heutiger Sicht gerne verzichtet hätte, klar sein. Alle hier Beschuldigten, die von Ihnen auf Schadensersatz verklagt werden, werden nach diesem Prozess über keinen einzigen Cent mehr verfügen, weil der Staat sich hier schon ausreichend bedient hat. Das hätte Ihr Anwalt Ihnen schon weitaus früher sagen können, aber dann hätte er kein Honorar von Ihnen erhalten,

Eine andere Strategie wäre sicher für alle Beteiligten erfolgversprechender gewesen. So wie ich das sehe, ist dieser Zug allerdings schon abgefahren. Manchmal sitze ich in meiner Zelle und denke über das Sprichwort

Tue nichts Gutes, dann widerfährt Dir nichts Böses”

nach. Ich will dieses Thema jetzt beenden, wobei ich nur noch eines loswerden will: Das GFE-Team und ich haben während der Geschäftstätigkeit der GFE-Group nur Vorteilhaftes für unsere Kunden gewollt und geschaffen. Dann wurde ich Opfer der Justiz, weil man (wer immer das auch sein mag) es nicht in Ordnung fand, ein derartiges Produkt und ein derartiges Konzept, auf dem deutschen Markt zu etablieren. Nach meiner Inhaftierung habe ich mich stets für die Interessen unserer Kunden stark gemacht und habe meinen Kampfeswillen für alle eingebracht. Mir war klar und dessen bin ich mir bewusst, dass viele ehemalige Kunden an den Rand des Ruins gebracht wurden – aber nicht durch die GFE-Group. Sie, die hier von mir angesprochenen Kunden, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie die Not nicht gelindert, sondern nur verstärkt haben. Ich danke Ihnen für das vermeintliche Vertrauen, dass Sie der GFE-Group damals entgegen gebracht haben.

Wenn ich schon dabei bin über Enttäuschungen zu sprechen, möchte ich auch kurz über Beschuldigte reden, die hier vor diesem Gericht sogenannte Teilgeständnisse abgelegt haben. Es ist doch sehr verwunderlich, dass sich die hier Angesprochenen mit einem Teilgeständnis „rein” waschen wollen, und das obwohl sie überhaupt nicht schmutzig waren. Teilgeständnisse haben in zwei Fällen ausgereicht, relativ kurzfristig aus der U-Haft entlassen zu werden.

Einer dieser Angeklagten gibt an, bereits im August 2010 gedacht zu haben, es könnte sich hier um Betrug handeln. Gerade dieser Angeklagte war lt. Besprechungsprotokollen, die in den Ermittlungsakten zu finden sind, über alle relevanten Geschäftsinternas informiert und bewarb sich im September/Oktober 2010 bei mir für eine Führungsposition bei der GFE Energy AG. Seine Lebensgefährtin, die hier vor Gericht eine Aussage traf, wusste nichts von seiner angeblichen Betrugsvermutung. Er hat niemals diese Thematik mit ihr besprochen und das, obwohl diese Frau ebenfalls für die GFE-Group tätig war.

Bei dem zweiten Fall eines Teilgeständnisses handelt es sich um eine Person, die fast ähnliches wiedergab. Wenn man die Vermutung hat, man arbeitet in einer Firma, die auf Betrug ausgerichtet ist, dann frage ich mich, weshalb genau dieser Mitarbeiter noch ein BHKW für 150.000 Euro gekauft hat, was ihn jetzt die Existenz gekostet hat.

Diese beiden „Teilgeständnisse” kann ich im Hinblick auf Familie und Kinder noch nachvollziehen. Diese beiden Personen hatten zumindest noch den Anstand, keinem anderen Beschuldigten die Schuld zuzumessen.

Gerade in den letzten Tagen erfolgte ein drittes unwahres Teilgeständnis, welches ich allerdings aufs Schärfste verurteile. Es war schon eine jämmerliche Veranstaltung wie sich der Beschuldigte mit seinem sogenannten Geständnis bemühte, das Gericht von seiner Unschuld zu überzeugen. Das Schlimme daran ist jedoch die Tatsache, dass er die Schuld zwei anderen Beschuldigten zuweist. Tragisch an diesem Zwischenfall im Gerichtssaal ist, dass ihm das fast keiner abnahm, was er da von sich gab. Selbst das Gericht fragte am Schluss nochmals nach, ob dies von ihm ernsthaft so gemeint war, was er dann auch bestätigte. Somit geht seine Falschaussage zu den Gerichtsakten und wird damit Bestandteil der Anschuldigungen gegen die beiden von ihm Beschuldigten sein.

Ich habe gerade heute vormittag eine Erklärung für das Gericht fertiggestellt, in der ich auf diese Problematik eingehe: Ich werde dort u.a. folgendes erklären:

[...] empfinde ich die Taktik, wie hieraus den Beschuldigten unwahre Teilgeständnisse entlockt werden, nicht eines Rechtsstaates würdig. Die Teilgeständnisse geben andere Fakten wieder, wie die, die in den Ermittlungsakten zu finden sind. Insofern werden schon im Jahr 2010 verfasste Protokolle und Niederschriften des hier benannten Personenkreises, die im Gegensatz zu den abgelegten Teilgeständnissen stehen, von der Justiz ignoriert, nur des Geständnisses wegen. Dennoch hat sich keiner der hier Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig gemacht. Aus diesem Grund können diese Beschuldigten nur angeben, vermeintlich an Betrug gedacht zu haben. Belegen werden sie dies nie können, da der Tatbestand des Betruges zu keiner Zeit vorhanden war. Jeder, der hier Beschuldigten hat das Recht auf Freiheit, welches man ihm genommen hat. So ist es nicht verwunderlich, wenn einzelne Beschuldigte, im Hinblick auf Familie und Kinder, bereit sind, vermeintliche Teilgeständnisse abzulegen, die zu einer schnelleren Freilassung führen können. [...]“

Mir ist es nicht bekannt, ob der ein oder andere nur deswegen ein Teilgeständnis abgelegt hat, weil er bzw. seine Verteidigung mit der Justiz einen „Deal” eingegangen ist. Diese Praktiken werden in vielen Verfahren angewendet, um die vermeintlich Beschuldigten zu einem Geständnis zu verleiten. Oft wird dabei auch schon über ein vermindertes Strafmaß gesprochen. Eine so lang andauernde U-Haft macht es geradezu möglich, die „Sprechbereitschaft” eines Häftlings zu erlangen, auch wenn dessen Angaben nicht der Wahrheit entsprechen. Der Justiz ist auf alle Fälle weitergeholfen.

Aus den letztgenannten Gründen, Kunden die ohne Rücksicht auf das, was sie damit anrichten, gegen uns klagen und Beschuldigte, die wohlwissend einer Unschuld, andere ans Kreuz hängen, werde ich mich in den nächsten Tagen und evtl. Wochen mit mir selbst auseinandersetzen, für wen und was ich überhaupt noch kämpfe. Den einzigen Grund den ich heute sehe, sind meine Frau und meine Kinder. Nicht vergessen möchte ich dabei die vielen Freunde (darunter auch viele Ex-Kunden der GFE-Group, die nach wie vor hinter mir stehen), die mich in der ganzen Zeit immer unterstützt haben. Für Euch alle werde ich auf alle Fälle weiterkämpfen. Das Leben macht einen schlauer und sicher werde ich im verbleibenden Rest meines Lebens meine Freunde genauer betrachten. Ich fühle mich derzeit wie ein Krieger, der in die Schlacht ging, um für Recht und Gerechtigkeit zu kämpfen. In dieser Schlacht liefen mir einige Freunde davon, weil sie die Schlacht unterschätzt haben und während ich mich in dieser Schlacht immer noch mit allen möglichen Feinden schlage, hat man mir zuhause Hab und Gut genommen und mich überall als Bandit verleugnet. Es ist doch logisch, dass ich mich jetzt frage, ob ich mich auch noch in der nächsten Schlacht für alle oder nur für einen kleinen ausgesuchten Kreis schlage.

Absender:                  Hans-Jürgen Ahlers aus Celle
Betreff:                       raum&zeit-Artikel von Gerhard Lukert
Brief vom:                  28. Oktober 2013 - Eingang hier am: 08. November 2013
Email vom:                 28. Oktober 2013 14:51 - Eingang hier am: 20. November 2013

Hans-Jürgen, vielen Dank für die Zusendung des Artikels in „raum&zeit” (Nr. 186 November/Dezember 2013) von Gerhard Lukert. Bevor ich hierüber ein paar Worte verliere, möchte ich einen Teil dieses Artikels zitieren:

Titel des Artikels: „Das Wasser macht’s – Der Weg in die Energie-Zukunft ist nicht mehr lang” Ab Seite 66 findet sich dann ein Absatz betitelt mit: „Durchbruch in Nürnberg”

[...] Den ersten realen Durchbruch erzielten wohl zwei Entwickler bei der Firma GFE in Nürnberg. Die GFE wollte Blockheizkraftwerke mit besonderem Wirkungsgrad herstellen und dann mit einem interessanten Finanzierungsmodell vertreiben. Leider hatte das Finanzierungsmodell schnellere Beine als die Motorenentwicklung im Labor. Die Außendienstmitarbeiter hatten mehr als 50 Millionen Euro eingesammelt, da war der Motor noch gar nicht fertig. Und so etwas ist dann ein gefundenes Fressen für die Staatsanwaltschaft. Besonders wenn ein solcher Motor eine Gefahr für die Interessen der Öl- und Energiekonzerne darstellen würde.

Also wurde der Motor von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und alle, die um ihn herumtanzten, trippelten im Entengang ins Gefängnis. Der Gerichtsprozess, begonnen vor einem Jahr, ist heute noch nicht zu Ende und der Motor inzwischen verrostet. Doch er hat funktioniert. Man hat ihn mit Diesel heißgefahren. Sobald er ausreichend Temperatur hatte, wurde der Diesel mit Wasser emulgiert und der Wasseranteil fortlaufend erhöht. In einem kurzen Übergangsstadium läuft solch ein Motor dann quasi als Dampfmaschine, gewinnt seine Energie aus der Dampfexplosion des eingespritzten Wassers.

Wenn die Temperatur dann hoch genug geworden ist – im Kolbenraum eines Dieselmotors werden punktuell 2700 Grad erreicht – dann wird das Wasser beim Einspritzen thermolytisch gespalten. Unmittelbar hinterher, wenn die Temperatur nur ein wenig durch die Brennraumvergrößerung wieder sinkt, kann das eben entstandene Knallgas gezündet werden. TÜV und DEKRA haben diesen Motor geprüft, er braucht nur noch 20 Prozent Diesel, der Rest kann durch Wasser ersetzt werden.

Der Autor dieses Aufsatzes hat dem Prozess gegen die GFE im Landgericht Nürnberg beigewohnt, um die Zeugenaussagen zum Motor und die heftigen Diskussionen um die Gutachten selbst beurteilen zu können. [...]

Hans-Jürgen, solche Artikel von fachkundigen Journalisten sind viel zu selten zu finden. Auf diesem Wege will ich mich auch beim Autor bedanken, denn er ist einer von wenigen, der diesen Fall aus der richtigen Perspektive betrachtet. Hier sollte man jedoch erwähnen, dass die GFE den Motor zwar mit Diesel gestartet hat, dann aber beim Lauf auf Rapsöl in Verbindung mit Wasser umgestellt hat. In der Folge erwähnt der Autor in diesem Artikel, dass es zweckmäßig wäre, den Motor bzgl. einer Langlebigkeit mit Keramik auszustatten. Dies ist bei uns im Rahmen des „ESS” (Energy-Saving-Systems) geschehen.

Außerdem empfiehlst Du mir hier ein Buch, dass sicher für viele, die sich mit der Materie befassen, hochinteressant sein dürfte. Mir ist es leider nicht möglich, dieses Buch zu lesen, wobei ich hiermit die Bitte äußere, mir evtl. aus diesem Buch Seiten zu kopieren und zuzusenden, die in irgendeiner Form eine Hilfe für diesen Prozess darstellen können. Für alle Interessierten hier kurz die Daten des Buches:

Titel: Energie ohne Ende (Erfindungen – Konzepte – Lösungen), Autor: Andreas von Retyi, Erschienen im Kopp Verlag, 304 Seiten, Best.-Nr. 933 500, Preis: 19,95 Euro (www.kopp-verlag.de)

Ich will Dir nochmals recht herzlich für diese Information danken. Leider glaube ich nicht daran, dass sich die Justiz dadurch abhalten lässt, irgendwann ein Urteil auszusprechen, welches dann im Namen des Volkes geschehen wird. Es soll dann jedem selbst überlassen sein, ob uns das Gericht wirklich in seinem Namen aburteilt. Ich habe nicht den Glauben an die o.a. Technologie verloren (im Gegenteil: Ich habe diesen Motor mehrmals in Betrieb gesehen und konnte mich von der Wahrhaftigkeit der Technik überzeugen), nein, ich habe den Glauben an unser Rechtssystem verloren. Es ist meines Erachtens banal, sich nur auf einen unbegründeten Vorwurf des Betrugs zurückzuziehen, aber es ist das Einfachste für die Gerichtsbarkeit.

Absender:                    J. Seh. aus Theres
Brief vom:                   Ol. November 2013 - Eingang hier am: 16. November 2013

J., G., Ihr habt es definitiv geschafft mit dem Abo der Wochenzeitung „Junge Freiheit” etwas Abwechslung in meinen Knast-Alltag zu bringen. Ich darf Euch sicher zu den Freunden zählen, für die ich diese Schlacht noch schlage, wobei das für die meisten Personen gilt, mit denen ich noch regelmäßig kommuniziere. Es ist wirklich so, wie Du es erwähnst. Man begegnet in diesem Leben immer wieder Menschen, denen nicht alles egal ist. Ist es nicht schön, dass es solche Menschen noch gibt? Was ich in den letzten drei Jahren über Menschen gelernt habe, das grenzt schon an Wahnsinn. Eigenartigerweise musste ich diese Erfahrungen an einem Ort machen, an dem ich relativ wenig zwischenmenschliche Beziehungen pflegen kann und auch nicht unbedingt will. Meine Erfahrungswerte sind positiver und negativer Natur, wobei der Emotions-Pegel weitaus höher und tiefer ausschlägt, als er es da draußen jemals getan hat.

Natürlich interessiert es mich, wie es Euch geht. Es ist ja nicht so, als ob ich das Unglück dieser Welt für mich alleine gepachtet hätte. Ich weiß sehr wohl, wie schwierig die Lebenssituation für einzelne von der Justiz Geschädigte da draußen aussieht. Sicher, Ihr habt zwar Eure Freiheit, aber Ihr müsst Euch mit den vielen Problemen da draußen herumschlagen. Mir hat man diese Verantwortung erstmal genommen, die sicher nach meiner Freilassung mit Brachialgewalt auf mich einstürzen wird. Was mir hier drinnen wirklich fehlt sind tatsächlich die banalen einfachen Dinge. Dinge wie mit Silvia zusammen den Tag zu erleben, mit dem Hund Gassi zu gehen und hier und da ein Treffen unter Freunden. Bei mir ist jeder Tag wie der andere, Abends bleibt mir nichts anderes als TV zu schauen – und das geht mir auch schon auf den Keks. Wir müssen alle lernen, die Situation so zu akzeptieren, wie sie nunmal ist. Wenn man von Ungerechtigkeiten umgeben ist, kann man zwar alles daran setzen, eine Änderung herbeizuführen, aber man wird niemals in der Lage sein, das ganze Gefüge zu verändern – jedenfalls nicht allein.

Was mir beim Lesen Eures Briefes besonders weh tat, ist die Tatsache, dass bei Euch alle Einnahmen weggebrochen sind und Ihr jetzt Gefahr lauft, Euer Haus zu verlieren. Es mag für Euch vielleicht kein Trost sein, aber das Leben besteht aus weit mehr, als die vielen Besitztümer, die man sich im Laufe des Lebens angeschafft hat. Klar, oft steckt da auch sehr viel Herzblut drin. Man muss erkennen, dass ein Leben ohne diese Besitzstände oft genauso reizvoll sein kann. In diesem Zusammenhang denke ich oft an die Menschen, die eine körperliche Behinderung erlitten haben. Gerade die Tage habe ich einen Filmbericht über eine blinde Frau gesehen, die bei einem Autounfall ihr Augenlicht und den rechten Arm verloren hat. Sie hat geäußert, dass sie sich das Leben mit dieser Behinderung hätte niemals vorstellen können, lieber hätte sie sich aufgehängt. Nun nach ein paar Jahren strahlt diese Frau geradezu vor Lebenswillen und Glück. Da haben wir doch weitaus weniger verloren, nicht wahr? Man muss sich nur dessen bewusst sein.

Bei Euch erkenne ich schon den Lebenswillen für die Zeit danach. Mit dem Ausspruch „Hinterm Horizont geht’s weiter” ist doch schon alles gesagt. Träume dürfen erlaubt sein, die kann uns allen auch keiner nehmen, selbst nicht in der größten Not. Solange man träumt, solange lebt man. Ich könnte mich Eurem Traum fast schon anschließen: Ein kleiner Bauernhof, autark und gemütlich. Kosten darf er allerdings nichts. Aber mal ganz ehrlich: Wieso sollte ein solcher Traum nicht in Erfüllung gehen können? Es gibt doch viele Bauernhöfe, die unter normalen Umständen keiner mehr haben will. Evtl. ist dabei noch eine alte Bäuerin oder ein Bauer zu versorgen. Ihr seht, Möglichkeiten gibt es immer.

Ja, Ihr habt Recht. Es scheint hier wirklich erklärtes Ziel zu sein, mich psychisch und physisch kaputt machen zu wollen. Vor einer halben Stunde kam ich von der 77. Sitzung des Gerichts zurück. Ungeachtet, dass ich heute sehr viele Beweisanträge gestellt habe, drückte mir ein Gerichtsbeamter einen Beschluss bzgl. meiner Haftbeschwerde des Landgerichtes Nürnberg-Fürth in die Hand, der folgende Aussage trifft:

[...] Der Antrag auf Aufhebung des gegen den Angeklagten Horst Kirsten bestehenden Haftbefehls des Amtsgerichtes Nürnberg [...] wird zurück gewiesen, [,..]“

Ich brauche Euch sicher nicht zu erklären, was das heißt. Ich werde am kommenden Wochenende in das vierte U-Haftjahr eintreten und muss nun mein viertes Weihnachtsfest und meinen vierten Jahreswechsel unschuldig allein hinter Gittern verbringen. In meinem Prozesstagebuch werde ich noch ein wenig näher auf diesen unmenschlichen Beschluss eingehen. Es scheint wirklich so zu sein, wie Ihr das schildert. Es ist die sicherste Methode sich unliebsamer Personen zu entledigen. Wenn man allerdings glaubt, damit meinen Kampfeswillen zu brechen, hat man sich von dieser Seite aber völlig verrechnet. Mich spornt dies eher an weiter zu machen. Die Taktik der Zermürbung greift allerdings auch schon im Gerichtssaal um sich. In einer Erklärung habe ich dazu Stellung genommen, die Ihr ebenfalls in meinem Prozesstagebuch nachlesen könnt. Ich will mich auch nicht beschweren, wie schwer eine derartige Last zu ertragen ist, denn Gott gibt den Menschen nur die Last, die der Einzelne im Stande ist zu tragen. Das hat mir Silvia schon sehr oft gesagt. Sie weiß gar nicht, wie Recht sie damit hat.

Auf Eure Fragen, ob sich die handelnde Justiz darüber bewusst ist, welche katastrophalen Konsequenzen ihr Handeln für viele Familien hat, will ich nicht allzu viel sagen, denn da sollte sich jeder selbst ein Bild darüber machen. Nur soviel: Ich glaube nicht, dass Menschen wie Du und Ich, bei der Justiz arbeiten könnten. Dafür haben wir viel zu viele menschliche Züge und sind im Gegensatz zu diesen Menschen voll mit Emotionen. Wie soll den ein Richter handeln, wenn er fast bei jedem zweiten Angeklagten, Mitgefühl zeigen würde. Das ginge gar nicht. Insofern wird alles, aber auch wirklich alles, ohne Gefühle abgeurteilt und fertig ist der Salat.

Jedem einzelnen der vermeintlich von uns geschädigten Kunden ginge es heute weitaus besser. Die Justiz hat nicht bemerkt, dass die draußen entstandenen tausend Schicksale alle auf ihr Handeln zurück zu führen sind. Wenn wir jetzt annehmen würden, wir wären nicht einfach so weggesperrt worden, dann hätten die Kunden jetzt nach mehr als drei Jahren schon ihr Geld zurück. Sie würden ein viel besseres Leben führen. Wo die GFE-Group heute wäre, da will ich lieber nicht darüber nachdenken. Wir würden mittlerweile schon das geplante Wohnhaus-Kraftwerk anbieten und hätten in der Energiebranche schon ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Die Sinnhaftigkeit der staatlichen Aktion wird für uns wohl immer verschlossen bleiben. Schon allein die Tatsache, dass man sofort alles kurz und klein geschlagen hat und es niemals in Betracht gezogen hat, den Geschäftsbetrieb, wenn auch unter Aufsicht, im Sinne der Kunden weiterlaufen zu lassen, lässt schon die Vermutung zu, dass dies von vornherein so geplant war.

Unser Rechtswesen ist scheinbar zu einem Geschäft geworden, von dem Scharen von Anwälten, Gutachtern, Justizangestellten und Insolvenzverwaltern recht gut leben können. Nicht vergessen darf man dabei, dass zu einem Geschäft auch eine Gegenleistung erforderlich ist. Und da sind wir wieder bei der Unbekannten, die uns leider nicht offenbart wird (oder besser: nicht offenbart werden darf).

Was Ihr da über Justizopfer schreibt, kann ich nur bestätigen. Täglich werden in der Bundesrepublik Deutschland Fehlurteile gesprochen und damit ist das Leben der Betroffenen ein für allemal zerstört. Dies ist offensichtlich aber nicht so interessant, dass man die Thematik in den Medien zum Anlass nehmen würde, die Öffentlichkeit aufzurütteln. Solange man nicht selbst davon betroffen ist, interessiert es auch nicht. Und genau das ist die Chance, die es der Justiz ermöglicht, nicht mit der notwendigen Sorgfalt an solche Fälle heran zu gehen.

Eure Interpretation einer Falschaussage finde ich sehr interessant. So habe ich das noch nie betrachtet. Normalerweise sollte das Gericht großen Wert darauf legen, das niemand vor Gericht eine Falschaussage tätigt. Das verträgt sich aber nicht mit den „Deals”, die bundesweit täglich zu Hunderten ausgehandelt werden. Da wird von der Justiz geradezu eine Falschaussage erzwungen, denn etwas zu gestehen, was man nicht begangen hat, ist eben auch eine Falschaussage. Aber dann hat der Richter ein Alibi für evtl. ergehende Fehlurteile. Jetzt muss ich mich doch ehrlich fragen, ob ich nicht sogar dazu verpflichtet bin, meine Unschuld immer wieder zu betonen, denn damit laufe ich nicht Gefahr eine Falschaussage, die in sich schon eine strafbare Handlung ist, zu tätigen. Aber genau das ist es, was den Gerichten nicht gefällt und somit werde ich weiter mit ewig lang andauernder U-Haft gequält. Ganz real gesehen will man mich mit einer Falschaussage zu einer strafbaren Handlung verleiten, die mir von Rechts wegen nur Vorteile bringt. Was ist das nur für ein Rechtssystem?

Weiter habt Ihr in Eurem Brief das Thema der Aussageverweigerung angesprochen. Das Recht darauf ist sicher legitim und da will ich auch nicht herum mäkeln. Ich akzeptiere jedwede Aussageverweigerung der hier gehörten Vermittler. Immerhin steht zu befürchten, dass die Staatsanwaltschaft jeden Einzelnen davon gleich unter Anklage stellt, soweit sie dies nicht schon im Vorfeld getan hat. Meine Akzeptanz rührt daher, weil diese Vermittler keineswegs etwas zu der Wahrheitsfindung beitragen können, denn keiner dieser Zeugen war in unsere Technologie eingeweiht und hat auch kein privates oder persönliches Verhältnis zu mir. Da ist es zu verstehen, dass man sich hier vor Gericht, trotz wahrheitsgemäßer Aussage, nicht selbst belasten will, da die Justiz den Verkauf der BHKWs aus einer ganz anderen Brille sieht.

Ich verurteile lediglich die Aussageverweigerung mir nahestehender Personen, die sehr wohl Vieles zur Wahrheitsfindung hätten beitragen können. Im Grunde genommen, wird gegen diesen Personenkreis ja sowieso schon ermittelt und das ist ihnen auch bewusst. Mit einer Aussage hätten sie nicht nur mir und den Anderen hier vor Gericht stehenden Beschuldigten einen Hilfsdienst erwiesen, sondern vor allem sich selbst. Sich derart zurückzuziehen, man könne sich selbst bei einer wahrheitsgemäßen Aussage nicht auf die Justiz verlassen, ist meines Erachtens nur Feigheit. Ich spreche das deshalb so offen an, weil ich dies so empfinde. All diese Personen haben zu Zeiten der Geschäftstätigkeit der GFE-Group über alles Bescheid gewusst und haben auch daran partizipiert. Es war auch ihr gutes Recht, denn ich habe mich in dieser Zeit auf diese Personen verlassen. Wenigstens glaubte ich, mich auf sie verlassen zu können. Es gibt nunmal gute und schlechte Zeiten. Auf Schönwetter-Personal hätte ich gut und gerne verzichten können. Diese Herren hätten mit ihrer Aussage jedem einzelnen inhaftierten Beschuldigten helfen können, einschließlich meiner Person, indem sie nur die Wahrheit von sich gegeben haben. Im umgekehrten Fall hätte mich kein Anwalt dieser Welt davon abhalten können, für meine Ex-Kollegen auszusagen – und das insbesondere, weil ich im Wissen der Unschuld dieser Kollegen bin. Ich will über diesen Punkt eigentlich nichts weiter sagen, weil meine diesbezügliche Enttäuschung sehr groß ist.

Ja, es wird ein DANACH geben und darauf freue ich mich. Egal wie lange sich dieser Gefängnisaufenthalt noch hinziehen mag, es wird der Tag kommen, an dem ich wieder in Freiheit sein werde. Auch wenn man dafür Sorge getragen hat, dass Jedermann glauben soll, ich wäre ein gemeiner Betrüger, so werde ich da draußen mein Leben wie bisher aufrichtig und rechtschaffen gestalten. Kontakt werde ich jedoch nur noch mit den Menschen pflegen, die in dieser schweren Zeit gezeigt haben, dass sie wahre Freunde sind. Ihr gehört sicher dazu.

Absender:                  A. G. aus Berg
Codename:                foneberg
Betreff:                       Anfrage
Email vom:                30. Oktober 2013 12:52 - Eingang hier am: 20. November 2013

Nachdem unser Vorhaben von unserem „Rechtsstaat” niedergemacht wurde, fragen Sie sich natürlich, was aus diesem Vorhaben geworden ist. Nun, ich will versuchen, das ganz kurz zu schildern. Unser treibstoff­reduziertes BHKW lief und das war gewissen Leuten nicht recht. Wir wurden weggesperrt und dann hat man, wer auch immer, die existierenden BHKWs durch Beschlagnahme verschleppt oder vernichtet. Es wurden „Experten” hinzugezogen, die glaubhaft machen sollen, dass diese von uns angewandte Technologie nicht funktioniert und nach wissenschaftlichen Glaubenssätzen nicht funktionieren kann. Da geht man nun von aus, die Entwickler sowie auch meine Person für ein paar Jahre weggesperrt zu lassen. In der Zwischenzeit hat man den verbleibenden Mitarbeitern draußen klar gemacht, dass dieses Produkt niemals auf den Markt kommen darf. Mittlerweile wurde durch einen unserer Entwickler ein Patent eingereicht und die Technologie ist dort genauestens aufgeführt. Sie, lieber Herr G., werden insofern von uns kein derartiges Gerät mehr erwerben können und ich rate Ihnen vorerst auch nicht, eines nach unserer Patentschrift nachzubauen. Wenn Sie dies dennoch tun sollten, dann veröffentlichen Sie dies bitte nicht, denn ansonsten kann es Ihnen so ergehen, wie mir bzw. den weiteren Mitbeschuldigten. Es heißt offiziell, dass diese Technologie nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden darf. Den Wahrheitsgehalt dieser Meldung gilt es u.a. hier vor Gericht zu klären. Detaillierte Auskünfte können Sie hier auf meiner Website finden.

Absender:                   E. R. aus Ferlach
Codename:                meinung
Betreff:                       meinung
Email vom:                24. Oktober 2013 14:21 - Eingang hier am: 20. November 2013

Sie werden es nicht glauben, das habe ich mittlerweile bemerkt. Ihre Mitteilung, dass es eine große Gefahr sei, gegen die Interessen der Politik und Ölmultis zu arbeiten, kam leider über drei Jahre zu spät. Damals haben wir das BHKW produziert und waren mit dem Aufbau der Firma und der Verbesserung des Produktes so stark beschäftigt, dass wir die von Ihnen erwähnte Gefahr gar nicht sahen. Unsere Erfahrungen helfen sicher dafür anderen, die ähnliches beabsichtigen. Also vielen Dank für den Hinweis.

Absender:                    A. N. aus Denkendorf
Email vom:                  20. Oktober 2013 21:50  - Eingang hier am: 20. November 2013

Ich darf Ihre Email zitieren, da diese sicher von allgemeinen Interesse ist:

Vor etwa vier Jahren hatte ich Kontakt zu Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Seh. – dieser berichtete mir von einem Gespräch mit Herrn Horst Seehofer, zu dieser Zeit Bundesgesundheitsminister. In diesem Gespräch ging es um erneuerbare Energien. Auf die Frage von Herrn Seh., ob er, Horst Seehofer wisse, dass es schon mit reinem Wasser betriebene Motoren gibt, gab dieser zu dieses zu wissen. Das Problem besteht nur darin, dass die Regierung nicht wisse, wie sie das Wasser besteuern soll. Herr Seh. selbst hat bahnbrechende Erfindungen im Sektor Windkraft gemacht, die auch von der Energie-Lobby unerwünscht sind.

Herr N., Sie werden sicher verstehen, dass dies für mich nichts Neues ist. Wenn Sie es schaffen, Herrn Seh. oder gar Herrn Seehofer dazu zu bewegen, das von Ihnen erwähnte Gespräch hier vor Gericht zu bestätigen, dann können Sie der Bevölkerung einen großen Dienst erweisen. Wir haben in unserem Staat leider das Problem, dass gewisse Fakten bekannt sind, diese aber nicht an die Öffentlichkeit kommen dürfen, weil damit das ganze politische und wirtschaftliche System nicht nur in Frage gestellt wird – es kann mit derartigen Fakten sogar aus den Fugen geraten. Die Justiz tut bekanntermaßen das ihrige dazu, dieses Wissen unter dem Tisch zu halten, ungeachtet der vielen menschlichen Schicksale, die damit ausgelöst werden.

Absender:                    Michael B.
Facebook vom:           11. Oktober 2013 17:19 - Eingang hier am: 20. November 2013
Facebook vom:           17. Oktober 2013 17:02 - Eingang hier am: 20. November 2013

Vielen Dank für Ihre Meldung. So wie Sie, hoffe ich auch, dass das Spiel was man mit uns hier abzieht, bald ein gutes Ende nehmen wird. Meine Gedanken gehen wie Ihre in die gleiche Richtung: Man wird alles daran setzen, uns dran zu kriegen. Hier ist mit wenigen Worten viel gesagt. Ich werde Herrn M. die von Ihnen gesandten Grüße ausrichten. Seien Sie versichert, Herr M. und ich werden solange kämpfen, bis selbst der letzte Justizbeamte von unserer Technologie überzeugt ist, wozu Sie, Herr B., einen großen Anteil geleistet haben. Ich habe mir erlaubt, den Erfinder des Mischsystems als Zeugen vor Gericht laden zu lassen.

Absender:                    Fabian F. aus Dresden
Facebook vom:           02. Nov 2013 18:08 - Eingang hier am: 20. November 2013

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Deinen Facebook-Eintrag nicht nachvollziehen bzw. verstehen kann. Es wäre super, wenn Du mir das kurz erläutern könntest. Evtl. gibt es hier auch noch andere User, die mit Fabian in Kontakt stehen und mich darüber aufklären. Ich bedanke mich schon mal im Voraus. Es geht um folgenden Text:

[...] hallo hier Fabian aus Dresden, eine Avastpetition bringt nichts – Avast ist nicht sauber. Aber Openpetition, starte doch eine Petition zur Freilassung, Mollath könnte helfen wenn die Petition läuft. [...]

So, das soll es mal wieder für heute gewesen sein. Sicher habe ich in meinen Eingangsworten nicht die Meldungen weitergegeben, wie sie jeder gerne hört. Sorry – aber ich bin auch nur ein Mensch und muss schon allein der Psyche und der Gesundheit wegen, mir hier und da meinen Frust von der Seele schreiben. Diejenigen, die dafür Verständnis haben, grüße ich mit dem Versprechen, mich weiter für die gute Sache zu engagieren. Ich freue mich schon wieder auf die nächsten Zuschriften. Bis dahin grüßt Euch Euer

Horst Kirsten